Frühstück bei Audrey
Es ist wohl der Traum vieler Männer: Die Sexpuppe erwacht zum Leben. Oder ist es eher ein Albtraum? Schließlich entwickelt die Traumfrau aus Plaste und Elaste nun einen eigenen Willen. Rémi steht jedenfalls erst mal unter Schock, als Audrey alleine ins Bett geht. Zwar kann er nun vor den Kolleg:innen mit der hübschen Blondine angeben und die Eltern sind komplett von den Socken, aber was soll Audrey mit Rémis und ihrem eigenen Leben anfangen? Und wie geht Rémi gleichzeitig mit den Gefühlen für die neue Kollegin Patricia um?
Es ist eine wirklich skurrile Ausgangslage, die die französische Filmemacherin Sophie Beaulieu für ihr Spielfilmdebüt gewählt hat. Ideengebend war ein Fernsehbericht über Männer, die sich hyperrealistische Silikonpuppen nach ihren Wünschen gestalten ließen und geradezu vernarrt in diese waren. Man könnte auch an den griechischen Mythos von Pygmalion denken, der sich laut Ovid in seine eigens erschaffene Statue verliebte. Doch statt sich filmisch an diesen Männern zu rächen oder sich darüber lustig zu machen, blickt Beaulieu mit Empathie auf die Gefühle, die dahinter liegen, und stellt gleichzeitig die Frage, wie sich diese „Püppchen“ emanzipieren und ihre eigenen Vorstellungen vom Leben umsetzen. Das regt zum Nachdenken an und ist gleichzeitig wirklich unterhaltend, auch wenn die eine oder andere Wendung doch gewitzter sein könnte. Trotzdem: Chapeau!
mana
Buch: Sophie Beaulieu
Regie: Sophie Beaulieu
Darsteller: Vincent Macaigne, Cécile de France, Zoé Marchal, Adèle Journeaux, Gilbert Melki, Marianna Basler, Ludovic Thievon, Eric Guerin, Victor Bonnel, Souleymane Sylla, Guillaume Clerice, Gina Jimenez
Kamera: Yann Maritaud
Produktion: Novoprod, Atelier de Production, 31 Juin Films
Bundesstart: 10.09.2026
Start in Dresden: 10.09.2026