TRAILER

Emil und die Detektive

Familie, Deutschland 2026, 90 min

Das neue Hashtag heißt Emil, also Paroleemil, weil Erich Kästners bereits 1931 verfilmter Roman schon wieder eine neue Kinoversion bereithält. Kästners Geschichten zeichnet eine unschlagbar universelle Qualität aus, weil der Autor damals begann, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen. Für Kästner waren Kinder immer die besseren Menschen. Wenn Pünktchen, Lottchen und die aus dem Klassenzimmer ständig ihr Outfit erneuern, kann Emil nicht zurückstehen. Klar, dass der Junge (Nicholas Jonah Peter) die abgezogene Kohle (Achtung Inflation: es waren mal 140 Mark) seiner Mutter heute mittels einer bestens vernetzten Berliner Clique zurückholt. Zu Gustav (ohne Hupe), Pony und Dienstag gesellen sich Jason und Anh, die ganz kinologisch alle zusammen wie eine Bande aus Drei-Wilde-Pfefferkörner-Fragezeichen-Hühner daherkommen. Ausgestattet mit urbanem Großstadtwissen, technischen Fertigkeiten und ganz viel coolen Sprüchen. Die Story folgt natürlich dem roten Faden aus Kästners Geschichte und ballert am Wegesrand ordentlich durch den Kiez oder durchs Dong Xuan Center. Wo minderjährige tik tok-Rapperinnen gefeiert werden oder libanesische Clanchefs den Barbier geben. Darüber pappen die Macherinnen ordentlich Trend-Nummern, darunter ein Raser-Rap, in dem sich zufällig alles gründlich reimt auf Glatteis (Glatteis, Grundeis, naja, scheißegal). Wie üblich mäandern die Kommies von steil bis ganz unten. Dass ausgerechnet der Ladendetektiv von Feinkost Kolinski hier den Grundeis gibt, nehmen die Jüngeren dem Merlin Sandmeyer gar nicht übel, die Älteren trauern ihrem Jürgen Vogel Trauma von vor zwanzig Jahren hinterher.
alpa kino