The Death of Robin Hood
Normalerweise kennen wir Robin Hood als strahlenden Helden, der durch Sherwood reitet, die Reichen ausnimmt und den Armen hilft (egal ob in Fuchsversion oder Flynn/Connery/Crowe/Costner…-Version, hehe) »The Death of Robin Hood« interessiert sich allerdings nicht für diese Version der Legende. Regisseur Michael Sarnoski (»Pig«, »A Quiet Place: Day One«) erzählt stattdessen auf düstere Art von einem gealterten Mann und dem Zerbrechen eines Mythos. Hugh Jackman spielt Hood nicht als unbesiegbaren Rächer sondern als gezeichneten Outlaw, der nach einem Leben voller Gewalt und Blutvergießen schwer verletzt am Ende seines Weges steht. Logan? Nein, Robin! Nach einer letzten Schlacht wird jener von einer geheimnisvollen Frau (Jodie Comer) aufgenommen, die ihm so etwas wie Erlösung verspricht. Doch je näher Robin dem Ende seines Lebens kommt, desto stärker holen ihn Schuld, alte Entscheidungen und die Frage ein, ob er jemals wirklich ein Held war. Sarnoski präsentiert keinen klassischen Abenteuerfilm mit Daueraction und Pfeilhagel, sondern ein düsteres, melancholisches Drama über einen Mann, der seiner eigenen Legende nicht mehr gerecht wird. Oder vielleicht nie gerecht wurde - wie der Slogan verrät: „He was no hero.“ Das passt perfekt zu A24, dem Studio hinter Filmen wie »Midsommar« oder »Everything Everywhere All at Once«, das auch hier eher auf Atmosphäre und Figuren setzt als auf großes Spektakel. Heraus kommt keine romantisierte Robin-Hood-Geschichte sondern die Frage, was von einem Mythos übrig bleibt, wenn die Legende zerlegt wird und nur noch der Mensch dahinter existiert.
Viktoria Franke
Buch: Michael Sarnoski
Regie: Michael Sarnoski
Darsteller: Hugh Jackman, Jodie Comer, Bill Skarsgård, Noah Jupe, Murray Bartlett, Elijah Ungvary
Kamera: Pat Scola
Musik: Tony Lewis
Produktion: Lyrical Media, Ryder Picture Company
Bundesstart: 18.06.2026
Start in Dresden: 18.06.2026