Originalfassung mit UT

La Bola negra

span. OmU
Drama, Spanien/Frankreich 2026, 155 min

»La Bola Negra«, der ins Rennen um den Oscar als bester ausländischer Film 2027 geschickt wird, gilt schon jetzt als einer der schönsten (queeren) Filme des Jahres. In Cannes erhielt er den Preis für die Beste Regie, weitere Festivaljurys hat er überzeugt - und das Publikum. Die spanischen Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi adaptieren Alberto Conejeros Theaterstück »La piedra oscura« (2013), das den unvollendeten Roman des 1936 von nationalistischen Milizen ermordeten Federico García Lorca aufgreift. Es erzählt in verschiedenen Zeiten queere Geschichten aus Spanien: Im Jahr 1932 soll der 20-jährige Carlos (Milo Quifes) Mitglied im Elite-Club Casino werden, wird aber aufgrund seiner vermuteten Homosexualität abgelehnt. Die zweite Geschichte aus den Zeiten des Spanischen Bürgerkriegs (1937) erzählt vom Trompeter Sebastián (Guitarricadelafuente), der gezwungen wird, als Soldat in einem Krankenhaus seinen Dienst zu leisten. Dort verliebt er sich in den verwundeten Kriegsgefangenen Rafael (Miguel Bernardeau). In der Gegenwart, 2017, erfährt der Historiker Alberto (Carlos González) von seinem unbekannten Großvater und einer mysteriösen Hinterlassenschaft, die ihn nach Kantabrien führt. Der zweieinhalbstündige Spielfilm verwebt die Geschichten nicht narrativ, sondern durch Gefühle wie Begehren, Schmerz und Sehnsucht. Dabei öffnet er seinen Blick entlang der queeren Geschichten für eine breitgefächerte Themenvielfalt. Sie sind verbunden durch schönste Bilder, die an Gemälde erinnern, und stimmungsvoll eingesetzte Musik. Der sensationelle Cast setzt sich aus Größen wie Penélope Cruz und Glenn Close sowie Darstellenden, die hier ihr Leinwanddebüt feiern, zusammen. »La Bola Negra« schwingt noch lange nach und ist verdienter Oscarkandidat und eine Liebeserklärung an die Kraft und Schönheit des (queeren) Kinos.

Doreen